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Unsere Definition von Begabung
1. Begabung ist nicht
nur Sprache und Mathematik
Wir gehen davon aus, dass in jedem Menschen verschiedenste Begabungen
stecken. Howard Gardner, amerikanischer Intelligenzforscher und
Psychologe, unterscheidet mindestens 9 Formen der Intelligenz, die
bei jeder Person in verschiedener Ausprägung vorhanden sind.
Das hat zur Folge, dass alle Menschen auf unterschiedliche Arten
lernen, sich erinnern, Aufgaben ausführen und verstehen.
| Sprachliche
Intelligenz: |
Journalistin, Jurist,
Dichterin |
| Musikalische
Intelligenz: |
Komponist, Dirigentin |
| Körperlich
kinästhetische Intelligenz: |
Athletin, Chirurgin,
Tänzer |
| Intrapersonale
Intelligenz: |
Schriftsteller,
Schauspielerin, Künstler |
| Interpersonale
Intelligenz: |
Therapeut, Lehrerin,
Eltern, Politikerin |
| Logisch-mathematische
Intelligenz: |
Mathematiker, Wissenschaftler |
| Räumlich
visuelle Intelligenz: |
Künstler, Architektin,
Schachspieler |
| Naturalistische
Intelligenz: |
Försterin,
Biologe, Bauer |
| Existenzielle
Intelligenz: |
Philosophin |

2. Begabtes Verhalten zeigen!
Für den amerikanischen Begabungsforscher
Joseph Renzulli ist die Umsetzung von Fähigkeiten ein zentrales
Merkmal für hohe Begabung. Nebst dem Potenzial müssen
Menschen zeigen, dass sie aus ihrer Begabung etwas machen wollen.
Dafür brauchen sie einerseits kreative Ideen, andererseits
die Motivation und den Durchhaltewillen, dieses auch zu tun und
zu Ende zu führen.
Liegen alle drei Ringe übereinander, wird von hoher Begabung
gesprochen. Dies kann aber je nach Lebenssituation variieren.
Weiter wichtiger sind alle anderen Persönlichkeitsmerkmale
(z.B. Selbstvertrauen, Selbstkonzept). Diese sind mit dem Hintergrund
angedeutet.
3. Drei Arten von Intelligenz!
Wer in einem Gebiet Überdurchschnittliches
leistet, setzt nach Robert Sternberg drei Arten von Intelligenz
ein:
Die analytische Intelligenz (schulische Intelligenz) dient dazu,
Informationen aufzunehmen, zu verarbeiten und zu speichern. Wir
können mit dem Wissen umgehen und dieses bei Bedarf abrufen.
Die kreative Intelligenz hilft, bestehende Dinge in neuer Form zusammenzuführen
und etwas Neues zu entwickeln.
Mit der praktischen Intelligenz können wir unsere Ideen in
die Praxis umsetzen. Wir finden heraus, was möglich ist, wer
uns dabei helfen kann und was dabei realistisch ist.
Wer die schulische Ausbildung mit diesen drei Konzepten vergleicht,
stellt fest, dass in vielen Bereichen ein Nachholbedarf besteht.
Begabungsförderung heisst, Schule und Unterricht in diese Richtung
zu optimieren.
4. Unser Verständnis von Begabungsförderung
Begabungsförderung ist ein Auftrag der Volksschule
und steht und fällt mit dem Regelklassenunterricht, denn Kinder
sollen und wollen dazugehören. Der Umgang mit der Heterogenität
ist die Kernaufgabe - optimal
zu differenzieren und zu individualisieren die Hauptherausforderung
für die Schule. Deshalb sollen für die Unterrichtsentwicklung
Ressourcen bereitgestellt werden.
Integrative Begabungsförderungsprogramme
(Pull-in-Programme) sind gefragt. Das Schulische
Enrichtmentmodell SEM ist ein Modell, das zu dieser Thematik
20 Jahre wissenschaftliche Begleitung zu Verfügung stellt,
Lehrpersonen in dieser komplexen Aufgabe zu unterstützen. Sehr
viel Knowhow besteht bereits, z.B. in Mehrklassenschulen!
Es gibt aber Schülerinnen und Schüler, deren Begabungspotenzial
auch mit bestem Wissen und Gewissen ausserhalb den Möglichkeiten
der Volksschule liegt. Hier sind oft
spezielle und kreative Lösungen gefragt, die oft erst gefunden
werden müssen.
Eltern
von speziell begabten Kindern brauchen Beratung und Begleitung,
denn oft stehen Sie mit Ihren Fragen allein.
Ein etwas ausführlicher Artikel
zu diesen Grundsätzen ist erschienen in der Zeitschrift "4bis8",
der Fachzeitschrift für Kindergarten und Unterstufe.
5. Begabungsförderung bedingt
ein gutes Schul- und Klassenklima!
Lust zum
Weiterlesen?
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