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Die 8 1/2 Intelligenzen
nach Howard Gardner
Gardner verfolgt die Idee der multiplen Intelligenzen, die er aus
verschiedenen Studien über Wunderkinder, Hirngeschädigte,
normale Erwachsene und auch über idiots savants
entwickelt hat. Aus Ergebnissen der Neuropsychologie schliesst er
das folgende: Wenn eine bestimmte Fähigkeit durch eine
Hirnläsion zerstört oder isoliert werden kann, ist ihre
relative Unabhängigkeit von anderen Fähigkeiten wahrscheinlich
(Gardner 1998, S. 67). Von diesem Grundgedanken ausgehend, schliesst
er auf 9 verschiedene Intelligenzen, die aber nicht bewertet oder
gegeneinander ausgespielt werden sollen. Wir möchten nun diese
neun Intelligenzen kurz beschreiben.
1. Sprachliche Intelligenz
Darunter versteht Gardner die Fähigkeit, Sprache treffsicher
einzusetzen, um die eigenen Gedanken auszudrücken und zu reflektieren.
Die Fähigkeit andere zu verstehen, ist auch ein Bestandteil
der sprachlichen Intelligenz. Diese Intelligenz findet sich häufig
bei Dichtern, Schriftstellern, Journalisten, Rechtsanwälten
und Sprachwissenschaftlern.
2. Musikalische Intelligenz
Die Fähigkeit, Stücke zu komponieren und aufzuführen;
ein besonderes Gespür für Intonation, Rhythmik und Klang,
aber auch ein subtiles Gehör dafür. Sie könnte mit
anderen Intelligenzen wie der sprachlichen, räumlichen oder
kinästhetischen zusammenhängen (Gardner 2000, S.
22). Vertreter dieser Intelligenz sind Dirigenten, Musiker und Komponisten.
3. Logisch-mathematische Intelligenz
Diese Intelligenz beschreibt die Fähigkeit, mit Beweisketten
umzugehen. Aber auch durch Abstraktionen Ähnlichkeiten zwischen
Dingen zu erkennen. Die logisch-mathematische Intelligenz bezeichnet
auch die Fähigkeit mit Zahlen, Mengen und mentalen Operationen
umzugehen. Gardner schreibt dieser Art von Intelligenz Wissenschaftler,
Computerfachleute und auch Philosophen zu.
4. Räumliche Intelligenz
Die Fähigkeit, die sichtbare Welt akkurat wahrzunehmen,
Wahrnehmungsresultate zu transformieren und abzuwandeln sowie visuelle
Erfahrungen selbst in Abwesenheit physikalischer Reize nachzuschaffen
(Gardner 2000, S. 22). Architekten,
Künstler, Bildhauer, Schachspieler, Seefahrer und auch Kartographen
sind Vertreter dieser Intelligenzart.
5. Körperlich-kinästhetische Intelligenz
Unter dieser Intelligenz versteht Gardner die Beherrschung, Kontrolle
und Koordination des Körpers und einzelner Körperteile.
Diese Fähigkeit findet sich häufig bei Chirurgen, Sportlern,
Schauspielern und Tänzern.
6. Intrapersonale Intelligenz
Impulse zu kontrollieren, eigene Grenzen zu kennen und mit den eigenen
Gefühlen klug umzugehen, sind einige Charakteristika der intrapersonalen
Intelligenz, die man bei Künstlern, Schauspielern und Schriftstellern
oft beobachten kann.
7. Interpersonale Intelligenz
Diese Intelligenz bezieht sich auf die Mitmenschen. Es ist die Fähigkeit,
andere Menschen zu verstehen und mit ihnen einfühlsam zu kommunizieren.
Therapeuten, Politiker, Lehrer, Verkäufer und auch religiöse
Führer sind Vertreter dieser Intelligenz.
8. Naturalistische Intelligenz
Diese Fähigkeit beschreibt, Lebendiges zu beobachten, zu unterscheiden
und zu erkennen, sowie eine Sensibilität für Naturphänomene
zu entwickeln. Biologen, Botaniker, Förster, Tierärzte
und auch Köche zeigen diese Intelligenz häufig.
9. Existentielle Intelligenz
Diese letzte Intelligenzform noch nicht definitiv und wird als potentielle
Intelligenz bezeichnet. Gardner versteht darunter: Das Erfassen
und Durchdenken von grundlegenden Fragen der Existenz. Es bedarf
jedoch weiterer Belege, um zu bestimmen, ob es sich dabei um eine
eigenen Intelligenz handelt (Gardner 2000, S. 23). Spirituelle
Führer (z. B. Dalai Lama) und philosophische Denker sind Vertreter
dieser Intelligenzform.
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